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Wenn man im Westen der Stadt von der Haarlemmerstraat in nördlicher Richtung unter dem Bahnviadukt durchgeht, erreicht man die Westlichen Inseln Bickerseiland, Realeneiland und Prinseneiland mit ihren prachtvollen monumentalen Lagerhäusern aus dem 17. Jahrhundert.
Die westlichen Inseln wurden zwischen 1613 und 1615 angelegt, um das Hafengebiet zu erweitern. Werften siedelten sich an, monumentale Speicher wurden gebaut. Mehr als 300 Jahre, bis nach dem Zweiten Weltkrieg, prägte der Schiffsbau und die damit verbundene Geschäftigkeit das Bild des Viertels. Dann wurden die Schiffe zu groß für diesen Hafen. Die Namen der Straßen erinnern noch an jene Zeit: die Teertuinen und die Breeuwersstraat ('breeuwen' bedeutet kalfatern), die Zandhoek und der Silodam.
Diese Gegend hat Künstler immer besonders inspiriert. George Hendrik Breitner (1857-1923) arbeitete bis 1914 auf dem Prinseneiland, und Jacob Olie (1834-1905), der aus diesem Viertel stammte, hat es in vielen Fotografien verewigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckten Künstler und Musiker das Viertel aufs neue. Jef Diederen, Reinier Lucassen, Willem Breuker, Benno Premsela, Johan van der Keuken und andere wohnten und arbeiteten hier. Die Lagerhäuser wurden zu Wohnungen umgebaut. Die Industrie verschwand, abgesehen von ein paar kleinen malerischen Schiffswerften. Die westlichen Inseln sind eine Welt für sich, eine Oase in der Stadt. Viel von der Atmosphäre der betriebsamen Vergangenheit hat sich erhalten.
Liebhaber pittoresker Hebebrücken kommen hier auf ihre Kosten. Die hölzerne Drieharingenbrug über die Realengracht verbindet das Prinseneiland mit dem Realeneiland. Sie ist die schmalste Hebebrücke von Amsterdam. Ihren Namen hat sie vom Haus 'De Drie Haringen', Vierwindendwarsstraat 1, auf dem Realeneiland, erkennbar an den drei Fischen über der Tür. Fast alle Inseln sind durch solche hölzernen 'Hebebrücken' miteinander verbunden, wie die große Sloterdijkerbrug zum Prinseneiland und die zwei Brücken beim Zandhoek.
Unter den Arkaden der Eisenbahnbrücke ('Tussen de Bogen'), die das Viertel von der Stadt trennt, haben sich Büros, Ateliers und Läden angesiedelt. Man findet dort Tischler, Architekten, Künstler und andere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe.
Nahverkehr vom Hauptbahnhof:
Zum Haarlemmerplein: Stadtbus 18 en 22
Zum Barentszplein: Stadtbus 48.